14.6.08

 

Wissen über Drogenabhängigkeit in Marokko wird erweitert

Quelle: LeMatin.ma . Von Mohamed Badrane | LE MATIN

Der Kampf gegen die Drogenabhängigkeit soll besser organisiert werden.

Man hört in den Medien oft von großen Drogenmengen - meist Cannabis -, die von den Sicherheitskräften sichergestellt werden. Es heißt meist, diese Drogen seien für Europa bestimmt. Von Drogenproblemen in Marokko hört man dagegen selten, obwohl Drogen auch hier ein großes Problem sind. Es gibt zwar nur wenige Studien zu diesem Thema, die letzte stammt aus dem Jahr 2004. Aber alle Beobachter der Situation stimmen darin überein, dass der Verkauf von Drogen in Marokko im großen Stil betrieben wird. Der Handel mit Cannabis und synthetischen Drogen ist so weit verbreitet, dass er sogar in der Nähe von Schulen betrieben wird. Die Situation wird dadurch verschlimmert, dass bestimmte Drogen, die bis vor Kurzem den wohlhabenderen Schichten vorbehalten waren, sich immer weiter verbreiten. Im Moment sind Alkohol, Tabak und Cannabis die am weitesten verbreiteten Drogen. Umso schlimmer, dass es in Marokko nur wenige spezialisierte Organisationen gibt, die sich mit den Drogenabhängigen beschäftigen.

Es gibt nur eine Institution, die sich um Menschen kümmert, die ihre Abhängigkeit beenden möchten. Es handelt sich dabei um das Nationale Zentrum zur Vorbeugung und zur Forschung der Toxikomanie (Centre national de prévention et de recherche en toxicomanie (CNPRT)), das seit dem Jahr 2000 im Krankenhaus Arrazi in Salé besteht. Bisher wurde die Behandlung der Drogenabhängigkeit meist in psychiatrischen Institutionen durchgeführt, was dazu geführt hat, dass viele Abhängige sich nicht dorthin begeben wollte. Da der Drogenmissbrauch so weit in der Gesellschaft verbreitet ist, gibt es auch eine hohe Zahl an Rückfällen nach Drogenentzügen.

Diesen Problemen soll durch einen neuen Studiengang, der "Addictologie", begegnet werden, der seit diesem Jahr an der Fakultät für Medizin und Pharmazie in Casablanca angeboten wird. Soumeya Berrada, Professeurin im psychiatrischen Zentrum Ibn Rochd, betont, wie wichtig das es für Mediziner ist, die neurobiologischen, soziologischen, psychologischen und kulturellen Hintergründe der Abhängigkeit zu kennen.

In wenigen Monaten werden die ersten Spezialisten für Drogenabhängige ihre Dienste in den Krankenhäusern antreten. Viele werden im Norden des Landes eingesetzt werden - aber kein Winkel des Landes entkommt dem Drogenproblem.

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